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AFFIRMATIVE THEOLOGIE

IN BILDERN

VON HERBST UND WINTER

 

"Affirmative Theologie" wird hier als der

Versuch verstanden, Worte des Evangeliums

in den Glauben ermutigender Form auszudrücken.

Dies geschieht in der Verbindung von Worten,

Bildern und Tönen, "gegossen" ins

Medium des kontemplativen Films.

 

 

BILDER UND TÖNE

Die folgenden Kurzvideos versuchen "affirmative Theologie" in

den Bildern aus den Jahreszeiten Herbst und Winter auszudrücken.

Die Musik hat nicht nur eine begleitende oder untermalende Aufgabe,

sondern sie ist ganz wesentlich Trägerin der Botschaft auf der

Gefühlsebene, mehr noch als dies bei den Bildern der Fall ist.

Die ursprünglichen Naturgeräusche, wie das Rauschen des Windes

in den Blättern, Schritte auf dem Weg, das Rufen eines Kindes oder

die Stimme einer Frau wurden absichtlich beibehalten. Auch ganz

offensichtliche "Störgeräusche", die durch das Schlagen des Kamera-

deckels gegen das Stativ durch den Wind ausgelöst wurden, habe

ich nicht entfernt. Die damit für mich verbundene "authentische"

Stimmung sollte erhalten bleiben.

 

THEMEN

Die Themen sind explizit theologisch formuliert. Grundsätzlich

könnten Bilder und Töne in eine Vielzahl von Zusammenhängen

gestellt werden. Man könnte die Videos als reine Naturbetrachtungen

oder Naturmeditationen anlegen. Ich habe das mit meiner ersten

Reihe von Naturvideos mit Motiven aus der Jahreszeit des Frühjahrs

auch tatsächlich so gemacht (siehe hier). Es wäre für mich jedoch

kein Fortschritt gewesen, weitere Reihen auf die gleiche Weise

anzulegen. Die Versuchung war schon gegeben, denn es gibt

mehr Verwendungszusammenhänge für scheinbar völlig

offene Motive. Ich befürchte jedoch, dass eine Anhäufung des

Gleichen zur Ermüdung des Interesses potenzieller Betrachter

führen würde. Zudem reizte mich die religiös-theologische Zu-

spitzung und Präzisierung. Durch die thesenhaften Aussagen der

Filme, die absichtlich den jeweiligen Vorspann bilden, möchte

ich den Betrachter dazu anregen, die Bilder und Töne vor dem

Hintergrund der theologischen Aussagen zu "lesen" bzw. wahr-

zunehmen. Ob das anderen gelingt, weiß ich nicht. Vielleicht ist

es zu mühsam beim Betrachten und Hören, einen religiösen

Inhalt zu kontemplieren. Vielleicht gelingt es auch erst beim

zweiten oder dritten Betrachten.

 

Die Filme enthalten die folgenden theologischen und religiösen

Themen:

- Gott ist bei mir

- Gott ist mein Ziel

- Gott macht mich stark

- Gott tröstet mich

- Gott, wohin soll ich gehn?

- Gott begleitet mich

- Gott beschenkt mich

- Gott gibt mir Hoffnung

 

Der aufmerksame Betrachter wird Wiederholungen fest-

stellen (zum Beispiel "Gott ist bei mir" und "Gott begleitet

mich"). Die Wiederholungen waren ursprünglich nicht beabsichtigt.

Man könnte den zweiten Film also weglassen. Ich habe das

nicht getan, weil die Nuancen durchaus Neues beinhalten.

Das Medium Film ist kein wissenschaftlicher Aufsatz (wobei

gerade wissenschaftliche Werke durch ein hohes Maß an

Redundanzen auffallen), bei dem man einen klaren Fort-

schritt der Gedanken (Gliederung!) erwartet. Die Kon-

templation ist dagegen durch eine kreisförmige Bewegung

ausgezeichnet, auch durch ein Hin- und Herspringen.

Das ist natürlich auch bei der Entstehung wissenschaftlicher

Gedanken genauso der Fall, aber dort schlägt es sich nicht

im Ergebnis nieder. Meditatives Abschreiten ist jedoch grund-

sätzlich durch Hin- und Her sowie durch Kreisbewegung und

Widerholung gekennzeichnet. Man denke an das Labyrinth in

der Kathedrale von Chartres oder an das Ausmalen von Mandalas,

das bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt ist (vgl. Gerda und

Rüdiger Maschwitz, Aus der Mitte malen - heilsame Mandalas.

Anregungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mit 20

Mailvorlagen, München 1996).

 

 

RELIGIONSDIDAKTISCHE KONTEXTE

Eine Verwendung der Filme im Religionsunterricht, in der Gemeinde-

und kirchlichen Bildungsarbeit kann ich mir in thematischen Zusammen-

hängen vorstellen, in denen es um die Affirmation des Glaubens

geht. Solche Zusammenhänge sehe ich nicht auf allein auf solche

religionsdidaktische Situationen begrenzt, die explizite Glaubens-

themen beinhalten. Vielmehr eignen sich die theologischen Sätze,

mit denen die jeweiligen Videos überschrieben sind, auch für

ethische Themen. Affirmative Sätze wie "Gott ist bei mir", "Gott

ist mein Ziel" oder "Gott macht mich stark" kann ich mir beispiels-

weise sehr gut bei der Behandlung der Biographie Dietrich

Bonhoeffers im Rahmen des Themas "Die Kirche in der Zeit

des Nationalsozialismus" vorstellen. Die Interpretation des

Handelns Bonhoeffers aus der Kraft des Glaubens lässt sich

in einer meditativen Abschlussphase einer solchen Unterrichts-

einheit mit Hilfe eines der hier vorgestellten Videos realisieren.

Gerade auch die Frage des Transfers, der Übertragung auf das

eigene Leben der Schülerinnen und Schüler lässt sich im

Medium der meditativ angelegten Filme meines Erachtens

gut umsetzen.

 

Das einzige Video das eine Frage enthält ("Gott, wohin soll

ich gehn?") ist vor den Zusagen des Evangeliums ebenfalls

affirmativ gemeint. In diesem Fall ist die Affirmation nicht

explizit, sondern implizit. Ob diese Interpretation beim Einsatz

im Religionsunterricht "gelingt", hängt von mehreren Faktoren ab.

Der wichtigste Gesichtspunkt besteht für mich in der Frage,

ob sich Schülerinnen und Schüler auf ihr Hintergrundwissen über

das Evangelium auch tatsächlich affirmativ einlassen. Die den

Religionsunterricht planende Lehrkraft, wird diesbezüglich je

nach Klasse unterschiedliche positive oder negative Vorerwartungen

haben. Diese Vorwerwartungen werden manchmal bestätigt werden,

aber mit Überraschungen in der einen oder anderen Richtung muss

immer gerechnet werden. Ein Religionsunterricht, der Glauben

und Nicht-Glauben aus Gründen der freien Entscheidung jedes

Einzelnen in die Verantwortung des Individuums stellt, der auch

bewusst Zweifel zulässt, weil es ohnehin keinen Glauben ohne

Zweifel gibt (Tillich) wird ohnehin immer mit beiden Möglichkeiten

rechnen, mit der Negation und der Affirmation. Da keine

Biographie bis zum Tode eines Menschen abgeschlossen ist,

bleibt der Ausgang der Glaubensentcheidungen eines Individuums

bis zu diesem Punkt grundsätzlich offen. Deshalb können in einem

"offenen" Religionsunterricht Schülerinnen und Schüler,

sei es als Klassen oder Individuen, nicht auf eine endgültige Position

bezüglich des christlichen Glaubens festgelegt werden.

 

Diese grundsätzlichen Überlegungen zum Religionsunterricht sollten

den Blick nicht davon ablenken, dass wir es bei den Themen der

hier vorgestellten Videos primär mit der Dimension des Vertrauens

zu tun haben und erst sekundär mit "weltanschaulich-religiösen" und

theologischen Positionen im engeren Sinn. Sicherlich sind die Videos

vor dem Hintergrund einer christlichen Weltauffassung gedreht.

Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht auf abstrakten religiösen oder

theologischen Positionen, sondern auf dem existenziellen Vollzug

des Lebens, das heißt auf der Lebens- bzw. Glaubenspraxis.

 

 

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Formate: Windows Media = WMV und

Real Media = RM; hier hat das Real Media Format die bessere

Qualität. Die beste Qualität weisen die MPEG-1 und MPEG-2-

Videos auf. Alle Videos haben 10 Sekunden Schwarzbild als

Vorspann, damit beim PC auf Vollbildmodus umgestellt werden

kann bevor der eigentliche Film beginnt.

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HERBSTLICHE BILDER

 

Gott ist bei mir

Thema: Einsamkeit, Begleitung, Zuversicht, Vertrauen

 

 

Gott ist mein Ziel

Thema: biographische Orientierung, Ausrichung des eigenen Lebens,

Werte

 

 

Gott macht mich stark

Thema: Manchmal ist das Schwache "stärker" als das "Starke"

(vgl. das Tao Te King des Laotse), im Glauben aus "Schwachheit

zu Kraft kommen" (vgl. Paulus und die "Helden des Glaubens"

in Hebräer 11,34)

 

 

Gott tröstet mich

Thema: Trauer, Trost, Vertrauen, Zuversicht

 

 

Gott, wohin soll ich gehn?

Thema: Biographische Orientierung, Lebensziele, Werte

 

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WINTERLICHE BILDER

 

Gott begleitet mich

Thema: Aufbruch, Handeln, Zuversicht

 

 

Gott beschenkt mich

Thema: Die Wahrnehmung von Gottes Geschenken bedarf

eines offenen Blicks und die Bereitschaft auch scheinbar Kleines

als wertvoll zu erachten

 

 

Gott gibt mir Hoffnung

Thema: Hoffnung ist eine wichtige Antriebskraft für das Handeln,

Hoffnung ist "Medizin" gegen Schwermut und Depression, Hoffnung

hilft gegen Mutlosigkeit

 

 

Konzept der Videos

Beispiele thematisch offener Videos

Videos, die aus einer Mischung von Standbildern und bewegten Bildern bestehen

Beginn der Veröffentlichung am 22. August 2005

Autor: Erich Nestler

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